Breitenfelde, 22.11.2013, von Th. Schultz

Großübung: Massenanfall von Verletzten nach Busunfall

Es sollte ein schöner Theaterabend werden für die 17 Fahrgäste des Busses, der am Freitagabend auf der Landstraße zwischen Breitenfelde und Niendorf an der Stecknitz unterwegs war und plötzlich auf einer schlecht beleuchteten Landstraße mit zwei PKW kollidierte. Eines der Fahrzeuge blieb mitten im Bus stecken. Flammen und Rauch erfüllten den Bus und sorgten für eine Panik unter den Fahrgästen.

Einsatzkräfte von THW und Feuerwehr dringen zu den Verletzten in den Bus vor (Foto: Th. Schultz)

Glücklicherweise handelte es sich bei dem Horrorszenario, das sich den anrückenden Einheiten von THW, Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei zeigte, die nur wenige Minuten nach der Alarmierung an der Einsatzstelle eintrafen, nur um eine Übung.

Mit pyrotechnischen Effekten generierten THW-Sprengberechtigte aus Lübeck für eine zum Übungsszenario passende Feuer- und Rauchentwicklung. Geschminkte und laute Schmerzensschreie ausstoßende Verletztendarsteller, darunter zahlreiche Jugendliche, sorgten für zusätzlichen Realismus. Sogar an die Fahrzeugkennzeichen wurde bei der Übungsvorbereitung gedacht.

Bevor die Sanitätskräfte in den Bus vordringen konnten, um zu den Verletzten zu gelangen mussten zunächst durch die Feuerwehr- und THW-Kräfte Zugänge zum Bus und den beiden Unfall-PKW geschaffen und gesichert werden. Auch die angenommene Rauch- und Feuerentwicklung wurde schnell unter Kontrolle gebracht.

Noch während sich die ersten Einsatzkräfte unter den wachsamen Augen von Übungsbeobachtern einen Überblick über das Ausmaß und die Ursachen des Unfalles verschafften, rückten weitere Einheiten an. Mit Hilfe von Rettungsplattformen, hydraulischen Scheren und Spreizern sowie Leitern verschafften sich die Retter Zugang zu dem Bus und den beiden PKW und befreiten die eingeschlossenen und teils schwer verletzten Personen aus den Fahrzeugen.

Etwas abseits des Unfallortes wurden die Verletzten von Sanitätskräften und Notärzten gesichtet und medizinisch versorgt. Dazu wurde mit einem Großraumzelt eigens ein Behandlungsplatz errichtet. Die kritischen Fälle wurden nach einer medizinischen Erstversorgung umgehend mit Rettungswagen in die umliegenden Krankenhäuser weitertransportiert.

Insgesamt nahmen an der Übung weit über 100 Einsatzkräfte des THW-Ortsverbandes Mölln, den Freiwilligen Feuerwehren aus Niendorf a.d.Stecknitz, Breitenfelde, Woltersdorf und Talkau sowie der Schnelleinsatzgruppe des Kreises Herzogtum Lauenburg (DRK Schwarzenbek, Büchen und DLRG Lauenburg) teil.

THW-Geschäftsführer und Sprengberechtigter Michael Labonte unterstützte gemeinsam mit dem Lübecker Sprengeberechtigten Wolfgang Menge die Übung mit dem gezielten Einsatz von Pyrotechnik. Lübecks Öffentlichkeitsbeauftragter Thorben Schultz dokumentierte die Übung und unterstützte die Übungsleitung bei der Medienbetreung.

Eine Besonderheit dieser Übung bestand in der engen Kooperation mit der Landespolizei Schleswig-Holstein. So hatten die Beamten der Polizeizentralstation Mölln und der Polizeistation Breitenfelde nicht nur den Transport des Übungsbusses und der beiden PKW begleitet, sondern sie nahmen mit der Absperrung und der Begleitung der Rettungsarbeiten auch eine aktive Rolle ein.

Wie bei realen Unfällen mussten neben der Menschenrettung, die immer Priorität hat, auch Spuren gesichert werden und ein rascher und gerichtsverwertbarer Überblick über die beteiligten Personen und möglichen Unfallverursacher gewonnen werden. Zu diesem Zweck hatte die Übungsleitung daher Hinweise auf einen möglicherweise alkoholisierten Fahrer in das Szenario eingebaut. In enger Zusammenarbeit mit der organisatorischen Leitung des Rettungsdienstes und den Einsatzkräften von Feuerwehr und THW wurden alle an dem Unfall beteiligten Personen im Rahmen der Rettungsarbeiten und medizinischen Erstversorgung erfasst und so auch die Arbeit der Polizei unterstützt.

Die Übungsvorbereitung, die im Wesentlichen in den Händen von Möllns THW-Ortsbeauftragter und Übungsleiterin Inga Orlowski lag, hatte ein gutes Jahr gedauert. Schließlich durfte die Teilnehmenden nichts von der Übung wissen, um einen möglichst authentischen Übungsverlauf zu gewährleisten, der auch Rückschlüsse auf reale Einsatzabläufe und Fortbildungsschwerpunkte ermöglicht.

Zu dem Übungserfolg trug maßgeblich auch das Abschleppunternehmen Mario Wehner bei, dass nicht nur in enger Zusammenarbeit mit dem Busunternehmen Dahmetal den Unfallbus und die beiden PKW organisiert, sondern auch den Transport sowie die Herrichtung der Unfallstelle übernommen hatte.

Eine kurze Abschlussbesprechung bei heißen Würstchen und kalten Getränken im Feuerwehrgerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Breitenfelde ermöglichte Übungsleiterin Inga Orlowski und Amtswehrführer Ralf Hillmer ein erstes positives Übungsresümee und einen Dank an alle beteiligten Einsatzkräfte von THW, Feuerwehren, Rettungsdiensten und Polizei.


  • Einsatzkräfte von THW und Feuerwehr dringen zu den Verletzten in den Bus vor (Foto: Th. Schultz)

  • Einsatzkräfte von THW und Feuerwehr dringen zu den Verletzten in den Bus vor (Foto: Th. Schultz)

  • Einsatzkräfte von THW und Feuerwehr dringen zu den Verletzten in den Bus vor (Foto: Th. Schultz)

  • Sobald die Verletzten sicher aus dem Bus heraustransportiert werden können werden sie zur Verletztenablage gebracht, wo sie medizinisch versorgt werden (Foto: Th. Schultz)

  • Führungskräfte von Feuerwehr, THW und Rettungsdienst koordinieren den Einsatz der mehr als 100 Helferinnen und Helfer (Foto: Th. Schultz)

  • Auf dem Behandlungsplatz werden die Verletzten versorgt und der Weitertransport ins Krankenhaus organisiert (Foto: Th. Schultz)

  • Alle Verletzten werden von Sanitätskräften betreut und versorgt (Foto: Th. Schultz)

  • Gespenstische Szenen - Mit Pyrotechnik wird ein realistisches Einsatzszenario geschaffen (Foto: Th. Schultz)

  • Wo Rauch ist ist nicht immer Feuer. THW-Pyrotechniker unterstützten die Übungsvorbereitung (Foto: Th. Schultz)

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